Bremer Frauenlauf 2016

Die Karten für unsere Teilnahme am Bremer Frauenlauf 2016 waren gemischt. Gudrun hatte „Rücken“ und Mama Probleme mit ihrem Bein (sprich Pseudo-Ischias oder das gute alte Piriformis-Syndrom). Das Wetter sollte sommerlich warm werden, was zwar sehr schön ist, zum Laufen jedoch nicht unbedingt unser Wunschwetter.

Für die Zuschauer jedoch auf jeden Fall. Und die Bäume des Bremer Bürgerpark würden uns bestimmt genug „beschatten“.

Gudrun und ich hatten wohl morgens beim Anziehen den selben Gedanken, wir beide trugen unsere „don’t stop me now“ Shirts. Das konnte so nicht bleiben, schließlich sind wir keine Zwillinge. Also musste vor der Fahrt nach Bremen noch mein Shirt gewechselt werden.

Da Papa für die Teilnahme am Bremer Frauenlauf nicht startberechtigt war ;-)) hatten wir einen motivierten Fotografen. Und Frank war so lieb, an seinem einzigen freien Tag in der Woche auf Gudruns Enkel aufzupassen, sonst hätte sie überhaupt nicht wegfahren dürfen. Ihr Lieben, ganz herzlichen Dank!

Wir holten Mama und unseren Fotografen ab und fuhren Richtung Bürgerpark. Als Parkmöglichkeit war die Munte angegeben, wir fanden jedoch noch einen schönen Platz fast an der Waldbühne, so dass wir sehr schnell vor Ort waren.

 

Bremer Frauenlauf 2016
Gudrun hat „Rücken“. Doch davon lässt sie sich nicht stoppen. Getreu dem Motto ihres Shirts „don`t stop me now“

 

Auf dem Parkplatz fanden wir eine Teilnehmerin mit Startnummer, die wir gleich nach dem Ort der Startnummernausgabe fragten. Ich hatte uns bereits am Montag per Internet vorangemeldet und bezahlt (9,– € pro Person), so dass wir ganz schnell unsere „Starterumschläge“ in Empfang nehmen konnten. Möchtet Ihr Sicherheitsnadeln? Nein danke, wir haben unsere Startnummernmagnete. Wie immer schreckt mich der Gedanke, mein schönes Shirt mit Sicherheitsnadeln an die Startnummer zu „tackern“.

 

Bremer Frauenlauf 2016 Startnummernausgabe

Bremer Frauenlauf 2016 Anmeldebereich

Startnummernabholung Bremer Frauenlauf 2016

 

Im Umschlag jeweils die Startnummer sowie ein Armband mit RFID-Chip zur Zeitnahme.

Schnell sind die Startnummern befestigt und die Startvorbereitungen getroffen.

 

Startvorbereitungen Bremer Frauenlauf 2016

 

Dann suchen wir den Start bzw. das Ziel und die besten Plätze für unseren Fotografen. Und fragen noch einmal, wie hier die Zeitnahme funktioniert. Die Zeit wird nicht – wie wir es sonst kennen – beim Durchlaufen des Starts bzw. Ziels automatisch erfasst, wir müssen nach Durchlaufen des Ziels den Chip auf ein Lesegerät legen. Also wird es wohl nur Bruttozeiten geben.

 

Zeitnahmestation Bremer Frauenlauf 2016

 

Im Vorstartbereich treffen wir auf einen wichtigen Herrn, der anhand der Startnummern erkennen kann, ob man 5 oder 10 Kilometer laufen möchte und einen dann beim ersten Durchlaufen des Ziels (die 10-Kilometer-Starter laufen zwei Runden) mittels eines Flatterbandes entweder zur Zeitnahme oder zum Weiterlaufen „trennt“.

Das sonst bei einer solchen Veranstaltung im Vorstartbereich normale Gedrängel und Geschubse gibt es hier nicht, bei reinen Frauenläufen ist alles irgendwie entspannter. So kommen wir mit einer Läuferin ins Gespräch, die sich die 10 Kilometer vorgenommen hat, trotz Teilnahme an einer Hochzeitsfeier am Vorabend bis spät in die Nacht, mit Blasen an den Füßen und dunklen Augenringen.

Sie erzählt uns, dass sie so auf jeden Fall eine Entschuldigung hat, dass sie heute nicht ihre persönliche Bestzeit ;-)) erreichen kann. Als sie mit dem Laufen anfing, war sie 10 Kilo schwerer.

 

Vorstartbereich Bremer Frauenlauf 2016

 

Einige Fahrradfahrer drängeln sich durch den Vorstartbereich, mitten durch.

Das Herunterzählen zum Start geht etwas durcheinander. Zehn, acht, neun, sieben, sechsfünfvierdrei zweieins und LOS. Wir laufen los und merken sogleich, dass die feuchtwarme Gewitterluft das Atmen nicht leichter macht.

 

Teilnehmerinnen Bremer Frauenlauf 2016

Teilnehmerinnen Bremer Frauenlauf 2016

Teilnehmerinnen Bremer Frauenlauf 2016

Teilnehmerinnen Bremer Frauenlauf 2016

Teilnehmerinnen Bremer Frauenlauf 2016

 

Es ist wunderschön, hier zu laufen. Hoher, alter Baumbestand, Gewässer, Brücken darüber und schöne, breite Wege. Das vor uns laufende bunt gekleidete und gut gelaunte Teilnehmerinnenfeld motiviert zum Durchhalten und Zähne zusammenbeißen. Meine Pulsuhr zeigt 170 an, und ich japse nach Luft.

Etwas langsamer bitte. An den Abbiegestellen stehen gut gelaunte Ordner mit leuchtenden Flaggen, die uns den Weg weisen. Ich lenke mich etwas ab, indem ich Gudrun frage, wie sie mit ihren neuen Laufschuhen zurecht kommt. Sehr gut, sehr angenehm und genügend Platz. Die Empfehlung von Caro Scheuerlein (shop4runners.de) hat wohl ins Schwarze getroffen.

 

Bremer Frauenlauf 2016

Teilnehmerinnen Bremer Frauenlauf 2016

 

Gelegentlich überholt uns eine Läuferin, die natürlich interessiert angesehen wird, das bringt Abwechslung in die „Qual“. Drei Läuferinnen sind mir gut in Erinnerung, eine mit einem sehr schönen Laufrock, eine sehr schlanke, große mit pink gefärbten Haaren, einem pinken Haarband und dazu passend und sehr schick gekleidet und eine etwas molligere, deren kurze Hose nicht verhindern kann, dass die Oberschenkel schmerzhaft aneinander reiben. Das zum Schutz geklebte Pflaster hängt auf halb acht, das tut schon beim Zuschauen weh.

Dann sind es zur noch 500 Meter bis zum heiß ersehnten Ziel, als mir eine vor uns laufende Teilnehmerin auffällt, die einen Linksschwenk macht. Läuft in etwas gebückter Haltung von rechts bis zur Mitte und wieder zurück. Ich sage zu Gudrun, schau mal, die Läuferin da vorne, da stimmt irgendwas nicht. Wieder macht sie einen Bogen nach links und zurück und fällt dann der Länge nach hin. Mitten aufs Gesicht, ohne sich mit den Händen abzustützen. Sie rappelt sich auf, die kaputte Brille liegt noch am Boden und versucht weiterzulaufen. Fällt wieder hin, rappelt sich auf. Dann sind wir bei ihr, Gudrun hält sie am Arm fest: „Sie können doch so nicht weiterlaufen“. Dann sind Passanten zur Stelle und begleiten sie helfend zur Wiese in den Schatten, wir versprechen, den Rettungswagen zu schicken.

Leider ist die Kraft für den Spurt zum Rettungswagen begrenzt. Die Sanis meinen nur „wissen wir schon“ und gehen gemütlich weiter zu ihrem Rettungswagen. Zeit müsste man haben.

 

Bremer Frauenlauf 2016

Zieleinlauf Bremer Frauenlauf 2016

Zieleinlauf Bremer Frauenlauf 2016

Zieleinlauf Bremer Frauenlauf 2016

Bremer Frauenlauf 2016

 

Im Ziel angekommen, wissen wir den wichtigen Herrn von vorhin zu schätzen. Wir sind so durcheinander, dass wir doch glatt den Zieleinlauf zur Zeitnahme fast vergessen.

Dann gibt es eine Madaille, einen Finisher-Beutel und eine Rose. Das Zeitnahme-Armband wird uns abgenommen und dann nichts wie WASSER!

 

Bremer Frauenlauf 2016

Bremer Frauenlauf 2016

 

 

Wir kommen nicht darüber hinweg, wie die gestürzte Frau, so verletzt und erschöpft wie sie war, einfach weiterlaufen wollte. Und wünschen an dieser Stelle unbekannter weise gute Besserung!

Gut durchgeschwitzt, erschöpft und fröhlich verlassen wir den Bremer Bürgerpark Richtung Auto.

 

Bremer Frauenlauf 2016

 

Am Rande bekomme ich ein Gespräch zwischen Gudrun und Mama mit. Gudrun sagt zu Mama: „Ich hoffe ja, dass ich in 10 Jahren auch so fit bin, wie Du“. „Zehn“ fragt Mama? „Zwanzig sind es. Ich werde 79“.

Ich freu mich auf die erfrischende Dusche bei Mama und das lecker Mittagessen. Im Auto müssen wir doch sehr lachen. Als wir uns daran erinnern, wie scharf wir beim Women’s Run in Hamburg auf den Finisher-Beutel waren. Und hier war es schon fast Normalität. Wir haben noch nicht einmal reingeschaut. Pfui über uns! Und hätten beinahe das schöne Handtuch übersehen, das die AOK zur Verfügung gestellt hat.

Vielen Dank an die Veranstalter, es hat uns sehr viel Spaß gemacht.

Als wir schon wieder zu Hause sind, fällt uns auf, dass wir vergessen haben, Mama unsere Dehnübungen zu zeigen, die ihr auch zur Verhinderung ihres Pseudo-Ischias helfen würden. Sorry… Wir holen das nach.

 

 

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