Friesencross Schillig

Für heute hatten wir uns einen ganz besonderen Lauf ausgesucht: Den Friesencross in Schillig.

Schillig liegt am Unesco Weltnaturerbe Wattenmeer, ca. 20 km nördlich von Wilhelmshaven, direkt gegenüber der Nordseeinsel Wangerooge.

Besonders spannend fanden wir die Beschreibung der Laufstrecke auf der Webseite des Veranstalters MTV Hohenkirchen: „Die Laufstrecken … bestehen kombiniert aus Wiese, Dünen, Betonplatten und Watt.“

Alles war bestens ausgeschildert. Am Parkplatz angekommen – die Parkgebühr wurde für die Läufer übrigens netterweise vom Veranstalter übernommen – fragten wir unseren Parknachbarn, der aufgrund seiner Kleidung eindeutig als Läufer zu erkennen war, nach dem Weg zur Startnummernausgabe, die fast direkt neben dem Parkplatz lag. Die Anmeldung klappte wunderbar und mit einem Lächeln.

Bereits bei der T-Shirt-Ausgabe wurden wir von einer Reporterin der örtlichen Tageszeitung angesprochen, ob wir für ein Foto zur Verfügung stünden. Aber klar doch. Das Ergebnis findet Ihr ganz unten auf dieser Seite.

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hübsche T-Shirts gehörten zum Starterpaket

Draußen startete gerade der Kinderlauf, ein Meer von flinken Beinchen. Bis zu unserem Start war noch genügend Zeit, die Sambagruppe zu bewundern, uns etwas umzusehen und die Waschräume aufzusuchen. Ach ja, und um das GPS-Signal zu finden ;-))

[Ich vermisse meine große Liebe – meine neue Pulsuhr, die gerade zur Reparatur beim Hersteller ist – so sehr, sie findet das GPS-Signal unglaublich schnell, nur leider misst sie den Puls nur, wenn sie Lust dazu hat]

gute Laune direkt am Strand von Schillig
gute Laune direkt am Strand von Schillig

Es schien, als wäre der gesamte Ort auf den Beinen, sogar der Bürgermeister startete mit uns. Schon fiel der Startschuss und es ging los.

 

friesencross-schillig-2016-gudrun
viel Spaß beim 5-km Friesencrosslauf

 

Gudrun beim Friesencross in Schillig 2016
Gudrun am Watt beim Friesencross in Schillig 2016

Wie auf dem Lageplan zu sehen, starteten wir in Richtung Süden, liefen eine Schleife Richtung Norden, am Start-/Zielbereich vorbei. Dann sollte es über die Dünen an den Strand und weiter zurück zum Start gehen.

 

Streckenführung des Feriesencross 5-km-Laufes in Schillig
Streckenführung des Friesencross 5-km-Laufes in Schillig

Da unser Fotograf leider kurzfristig arbeitsbedingt ausgefallen war, habe ich unterwegs ein paar Bilder gemacht. Das klingt eigentlich ziemlich einfach, doch während eines „Rennens“ geht einem beim Sprint vom „Fotomodell“ weg und beim Hinterhersprinten nach dem Foto ziemlich schnell die Luft aus. Denn leider ist es so, dass man zum Fotografieren stehen bleiben muss, wenn man ein scharfes Bild möchte.

 

Laufen direkt am Watt, noch auf befestigtem Weg
Laufen direkt am Watt, noch auf befestigtem Weg

 

nach der Schleife ging es Richtung Norden
nach der Schleife ging es Richtung Norden

Keuchend versuchte ich, mit Gudrun Schritt zu halten, Puls >170. Glücklicherweise sank er nach einer kurzen Zeit wieder auf das gewohnte Maß. Nach ca. 2 Kilometern kamen wir in der Nähe des Start-/Zielbereichs vorbei. Hier wurden wir durch kräftiges Anfeuern „beflügelt“. Besonders niedlich fand ich es, wie eine einzeln stehende Frau „La Ola“ andeutete.

Dann ging es runter vom Betonweg hinein ins Grün. Zunächst Grasnabe mit tüchtig Löchern, Obacht, hier konnte man schön umknicken. Dann kam schon die erste Getränkestation.

Viele Läufer können während des Laufens trinken, ich leider nicht. Ein paar Tropfen hätte ich gut gebrauchen können. So blieb mir nichts weiter übrig, als von der schönen, großen Getränkeflasche am Gürtel einer im Startbereich neben mir stehenden 5-km-Walkerin zu träumen….

Dann ging es in die Dünen, verflixt, seid Ihr schon mal im losen Sand gelaufen?

 

laufen im losen Sand der Dünen
laufen im losen Sand der Dünen

Wie eine bunte Perlenkette reihten sich die Läufer hoch in die Dünen und im Rechtsbogen darüber hinweg.

Ein netter Ordner mit Flagge klärte uns auf, dass es nur noch 2 Kilometer bis zum Ziel wären. Seinen Nachsatz „das sind die schlimmsten“ hätten wir gerne überhört.

Oben auf der Düne angekommen, hing die Zunge weit aus dem Hals, da ich natürlich noch ein Foto schießen wollte. Stehenbleiben, fotografieren und dann im Galopp hinter Gudrun her, um den Anschluss zu finden. Im Sinn ein Sauerstoffzelt, den Puls am Anschlag, ging es dann im Rechtsbogen über den Strand.

Hatte ich gerade noch gedacht, anstrengender kann es nicht werden? Am Strand (es gab leider keinen platten, feuchten Streifen, sondern nur tiefen Sand oder nassen Schlick) lief man einen Schritt vor und rutschte einen halben wieder zurück. Da half nur Zähne zusammenbeißen und durch. Ab und zu einen Blick nach rechts auf die Dünen, ein wirklich schönes Bild.

Jeder Läufer versuchte, eine Spur zu finden, die etwas fester war. Meistens leider erfolglos. Kurz vor der zweiten Wasserstation nahm ich alle meine Kräfte für ein neues Foto zusammen:

 

laufen im losen Sand
laufen im losen Sand

Auf dem Bild sieht es so einfach aus…

Dann, nach gefühlter Unendlichkeit bog die Strecke nach rechts in Richtung Start-/Zielbereich. Auf dem Betonweg angekommen fand ich im Sprint wieder den Anschluss an Gudrun. Dann kam das Ziel. Wie schön!

Erst einmal durchatmen, etwas trinken und den nach uns ins Ziel kommenden Läufern und Läuferinnen applaudieren.

Leider hatte sich der Nieselregen, der begann, als wir uns durch die Dünen kämpften, verstärkt.

Dann kam auch schon der zweite Teil unseres Teams ins Ziel.

leichten Fußes kommt Mama ins Ziel
leichten Fußes kommt Mama ins Ziel, beschwingt von den Sambatrommlern…

 

durch den Nieselregen wurde es schnell kühl
durch den Nieselregen wurde es schnell kühl

 

Gerne hätten wir noch die 10-km-Läufer angefeuert und vor Allem bewundert, wenn sie nach ihrem Lauf ins Ziel kämen (ihre Strecke führte ca. 5 km durch den Schlick….). Doch aufgrund des aufkommenden Windes und unserer Erschöpfung brachen wir dann doch auf Richtung Auto.

Durchs Anmelde- und Verpflegungszelt durch. Raus kamen wir nicht, ein gelbgewandeter Läufer stand vor uns und blockierte den Ausgang. Wie wir dann sehen konnten, hielt er nur seinen linken Arm aus dem Zelt und sagte entschuldigend: „Ich suche nur das GPS-Signal“….

[wäre meine große Liebe schon aus der Reparatur zurück, hätte ich ihm dieses Wunderwerk der Technik gerne stolz präsentiert. Das GPS-Signal finden? Eine Leichtigkeit….]

Laufschuhe nach dem Friesencross
Laufschuhe nach dem Friesencross

Zeigt her Eure Schuhe…. So kommt Ihr nicht ins Auto ;-((

 

Schneckenköniginnen beim Friesencross in Schillig 2016
Schneckenköniginnen beim Friesencross in Schillig 2016

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