Ladys only

Obwohl man sagt, dass in der prähistorischen Zeit dieser „kleine Unterschied“ noch nicht gemacht wurde, sondern erst die Erfindung der Hose im Sinne von „zweiröhrigen Beinkleidern“ dem Tragen von Männerröcken im hiesigen Raum ein Ende bereitet hat, wird sich heutzutage wohl kaum ein männlicher Läufer mit einem Laufrock sehen lassen wollen. Zumindest keiner, der etwas auf sich hält (danke Tobias für Deinen wunderbaren Kommentar) der nicht das nötige Selbstbewusstsein dazu hat.

Was eigentlich schade ist, denn gerade in diesen kalt-zugig-eisigen Tagen sorgt ein gefütterter Rock zum Laufen, der über den Tights getragen wird, für behagliche Wärme und verhindert so ein Auskühlen speziell der hinteren Körpermitte.

Außer, man steht an geschlossenen Schranken und muss drei (3!) Züge lang durchgeschwitzt warten. Aber das steht auf einem anderen Blatt.

Die Wetterlage heute entwickelt sich sehr merkwürdig. Auf den – übrigens mittags – aufgenommenen Bildern ist blauer Himmel neben großen Wolken zu sehen. Am Horizont über Dangast etwas Regen. Jedoch keine Spur von Nebel.

 

Laufen im Winter mit einem gefütterten Winter-Laufrock

 

Nachdem ich so begeistert von meinem Winterlaufrock bin, der mir ja auch schon beim Wildeshauser Nikolauslauf bei Eis und Schnee gute Dienste geleistet hat

 

Mit Laufrock beim Wildeshauser Nikolauslauf

 

hat Gudruns Liebster ihr auch einen geschenkt.

Als Überraschung. Zwar eigentlich zum Fest, doch aus irgendeinem Grund trägt sie ihn heute schon. Könnte etwas mit Neugier und Ungeduld zu tun haben, aber wahrscheinlich tue ich ihr Unrecht….

So kommt es, dass heute zwei warm berockte Schnecken durch Wilhelmshaven traben.

 

Winter Laufrock

 

Die Röcke sind übrigens nicht speziell für Läuferinnen. Sondern in dieser Saison insbesondere bei den bekannten Outdoor-Marken aktuell. Sollen beispielsweise zum Skifahren oder Radeln über der „normalen“ Hose getragen werden. Oder beim Gassi mit dem Vierbeiner. Und können mittels seitlich angebrachtem Reißverschluss verrenkungsfrei ausgezogen werden. Nur von Odlo habe ich ein gefüttertes Laufkleid gesehen, das mir übrigens ausnehmend gut gefällt.

Mein Winterlaufrock ist mit Primaloft gefüttert und wirklich muckelig warm. Hat an beiden Seiten Reißverschlüsse, so dass auf jeden Fall genügend Schrittlänge zur Verfügung steht, damit auch im Stolperfall der Laufrock nicht zur Stolperfalle wird.

Gudruns Winter-Laufrock hat neben den Reißverschlüssen auch noch seitlich eingesetzte dehnbare Streifen in Rockfarbe, die dem ganzen etwas mehr Flexibilität geben.

 

Laufen mit Winter-Laufrock

 

Es ist nahezu windstill, die Sonne scheint noch und die Heckwelle des vorbeifahrenden Schiffs klatscht an die Uferbefestigung des Südstrands. Wir genießen die herrliche Stimmung am Wasser, unseren Lieblingssport und die Sonnenstrahlen.

Plötzlich zieht Nebel auf und hüllt uns ein. Es wird eisig kalt. Quasi von einer Sekunde auf die andere.

Der uns entgegenkommende Läufer sieht ziemlich fröstelig aus. Bestimmt hätte ihm und seinem Ischias ein Winterlaufrock jetzt auch gute Dienste geleistet ;-)) Und im Nebel hätte es niemand gesehen….

 

 

8 thoughts on “Ladys only

  1. Brauche ich (Fossily) auch so einen tollen Laufrock? Derdiedas blogpost ist wieder so unterhaltsam, witzig und geistreich.

    1. Hallo Karla,
      danke für das Lob ;-))
      Wenn Du auch im Herbst und Winter läufst und nicht zu denjenigen Läuferinnen gehörst, die beim Sport Backofentemperaturen produzieren, brauchst Du auf JEDEN Fall einen Laufrock für den Winter.
      Viele Grüße
      Nancy

  2. Wo bekomme ich einen winter laufrock?? Der sieht echt toll aus!!ich laufe auch im schnee u es macht grossen spass😊

  3. Hallo Elke,
    ich habe meinen Winter-Rock (Bergans Maribu Insulated Skirt, fällt sehr groß aus) online gekauft.
    Wichtig ist, dass an der Seite ein Reißverschluss ist oder ein Schlitz, damit man bei großen Schritten nicht zu Fall kommt ;-))
    Die Outdoor-Sachen kann man prima waschen und sehr gut zum Laufen anziehen.
    Viele Grüße
    Nancy

  4. Hallo Nancy,

    ja, du hast das Richtige getan, du hast „kaum“ geschrieben, denn auch wenn sie kaum im Straßen- und Läuferbild wahrnehmbar sind, es gibt sie, die Männer, die im Laufrock laufen. Zumindest derer zwei. Ich bin der eine, den anderen haben wir 2011 am Rand des Preußen-100er Laufes gesehen. Ich behaupte übrigens gerne, dass ich etwas auf mich halte. Tut meine Frau auch. Der ich den Genuss, im Laufrock zu laufen, überhaupt erst verdanke. Denn nach einem Radunfall wollte sie keine Hose auf den aufgeschürften Stellen spüren. Und da ich zuvor mal gesagt hatte, dass es auch Laufröcke gäbe, hat sie sich eben einen solchen zu besorgen versucht. Hat nicht geklappt, gab es damals bei uns in den Geschäften nicht, aber sie fand einen locker-luftigen Tennisrock. Mit dem sie begeistert durch den Rest des Sommers lief.
    Warum?
    Na, der sei so locker und luftig.
    Wirklich, habe ich gefragt.
    Daraufhin sie: Versuch es doch mal.

    Habe ich. Und war so begeistert, dass ich mir meinen ersten eigenen Laufrock gekauft habe (Brooks Infinity). Nachdem die Innenhose entfernt war, war es auch bei mir da, diese tolle Gefühl locker-luftig zu laufen. Ist ja auch logisch: Statt drei Schichten Stoff (Unterhose, Innenhose Shorts und Shorts), laufe ich mit nur einer (Unterhose) – zudem: Unter einem Rock zirkuliert die Luft viel besser als in zwei Röhren.

    Inzwischen besitze ich eine ganz passable Auswahl an Laufröcken, manche mit herausgetrennter Innenhose (für heiße Tage), manche mit Kurztights (für eher kühle Tage), manche mit (knie)langen Tights (für kalte Tage), und für die ganz kalten Tage liegen inzwischen gefütterte Winterlaufröcke bereit. Die halten nicht nur mein kälteempfindliches ISG warm …

    Alle Versuche, andere Männer von Laufröcken zu überzeugen, sind bislang leider fehlgeschlagen. Und das trotz all der offensichtlichen Vorteile. Im Sommer angenehm kühl, im Winter angenehm warm. Und, ach, seit ich meine Laufshorts beiseite gelegt habe, habe ich mir keinen Wolf mehr gelaufen. Ist ja auch klar, da fehlt es am Stoff zwischen den Beinen, der scheuern kann.

    Und die Fremdwahrnehmung? Dürfte sich kaum von denen berockt laufender Frauen unterscheiden. Es wird hingeschaut, durchaus auch mal irritiert, aber dumme Sprüche gibt es schlimmstenfalls bei Marathons, wenn es an alkoholisierten Gruppen männlichen Zuschauern vorbei geht. Dann waren da auch mal zwei Damen im Cabrio, die aufjohlten, als sie mich an einer Ampel wartend erspähten. Ach ja, und ein Mädchen bekam mal ganz, ganz große Augen. Mehr ist in inzwischen mehr als sechs Jahren berockten Laufens nicht gewesen. Es bedarf also keines Nebels, um als Mann zum Rock zu stehen bzw. in einem solchen zu laufen.

    Den ggfs. hier (mit)lesenden Männern sei daher ausdrücklich empfohlen, es doch mal selbst einröhrig zu versuchen!

    Viele Grüße
    Tobias

    1. Hallo Tobias,
      danke dass Du Dich mit diesem wunderbaren Kommentar meldest.
      Natürlich habe ich sofort meine Formulierung mit dem „auf sich halten“ gestrichen.
      Hätte ich geahnt, dass es mehr als 0 Männer gibt, die die Vorteile des Laufens im Rock genauso schätzen, wie wir, dann hätte ich doch den Artikel komplett anders verfasst.
      Was hältst Du davon, einen Gastbeitrag zu schreiben? Mit Fotos von Euch? Über das Laufen im Rock?
      Viele Grüße
      Nancy

      1. Hallo Nancy,

        ich nehme die Einladung gerne an, einen Gastbeitrag zu verfassen. Um die vorhandenen Fotos zu ergänzen bzw. aktualisieren, brauchen wir jedoch a) Zeit bei b) Fotowetter. Aber beides wird gewiss demnächst aufeinander treffen.

        Vieler Grüße
        Tobias

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