Motivation im Keller…

Montag. Form- und Motivationstief nennt man das wohl, was mich aktuell plagt. Was will man schon von einer Woche erwarten, die mit einem MONTAG beginnt?

Es ist dunkel, doof und kalt. Und außerdem einsam. Dennoch pflüge ich mich pflichtschuldig durch die Prärie. Nutze jede Gelegenheit für einen Fotostop. Die Bilder sehen dennnoch irgendwie alle gleich aus ;-(( weil es noch so dunkel ist, dass es halt dunkel ist auf den Bildern. Ist irgendwie logisch. Oder? Manchmal tue ich auch nur so, als würde ich fotografieren, hauptsache, ich habe eine Pause. Aber es ist eh niemand da, der mich sehen könnte.

Nach Kilometer 6 ist es dann etwas heller geworden, sa dass ich voller Vorfreude darauf warte, an die Stelle zu kommen, von der aus ich nach oben auf den Deich kann und einen Blick auf den Sonnenaufgang werfen. Hier ist noch alles eingezäunt mit Stacheldraht oben drauf. Da bleibe ich lieber unten.

 

Laufen am Deich in Friesland

 

Das Bild, das sich mir oben auf dem Deich dann bietet, ist so beeindruckend, dass selbst die Schafe einen Blick werfen.

 

Schafe im Sonnenaufgang

 

Möchte jemand Schafe zählen? Ich nicht, mir wird kalt.

 

Schafe zählen am Deich

 

Ich treffe Johann, einen Harzer Fuchs, und sein Herrchen. Damit bietet sich DIE Gelegenheit auf eine weitere Pause und einen Schnack. Er erzählt, er habe sich für nächstes Jahr zu einem Halbmarathon angemeldet und ob wir nicht einmal zusammen trainieren wollten…

Sehe ich so schnell aus?

Doch lieber weiterlaufen. Zu Hause angekommen bin ich kaputt, völlig durchgefrohren und irgendwie auch nörgelig, bei der Arbeit hellwach und gut drauf. Dieser Lauf war irgendwie wie ein schweizer Käse, voller Lauf-Löcher.

Dienstag. War nicht gestern Form-, Leistungs- und Motivationstief? Als heute der Wecker um 05:00 Uhr klingelt ist es noch schlimmer. Hätte ich mich doch bloß nicht für den doofen 10 km-Lauf in zwei Wochen angemeldet. Hätte, hätte, Fahrradkette.

Es hilft nix. Heute mache ich einen Deal mit mir. KEIN Fotostop. KEIN Blick auf die benötigte Zeit. KEINE 10 km, nur acht. Deal? Deal!

Weil es so dunkel und einsam ist, ändere ich meine Strecke und nehme statt des löcherigen Schotterweges lieber die Ortschaft. Ist auch eine kleine Abwechslung. Am Deich sehe ich dann leuchtende Augen, und frage mich, ob das wohl eine seeeehr große Katze, oder doch ein anderes Tier ist. Leuchten die Augen der anderen Tiere auch zurück, wenn man sie anstrahlt?

Auf dem Rückweg wird meine Frage gleich beantwortet. Als ich oben auf dem Deich ankomme, schlafen die Schafe noch. Sie liegen alle und ich bekomme eine Vorstellung davon, dass es viel schlaffördernder sein könnte schlafende Schafe zu zählen. Ich nehme mir fest vor, das demnächst mal auszuprobieren.

Auf jeden Fall wacht eines der Schafe auf und blinzelt mich noch ganz müde an. Und – siehe da – die Augen „leuchten“ auch. Schnell wieder wegschauen, damit das arme Tier nicht zu sehr geblendet wird.

Dann wird die Gottheit des ermüdeten Läufers aktiv und schickt einen Zug. Die Schranken gehen runter und ich habe doch eine Pause. Kann ich aber nix dafür, diesmal.

Jetzt entsteht ein Plan. Ein guter Plan. Ich fahre morgen zu dem Poller, über den Gudrun gefallen ist, und trete einmal fest dagegen. Das hat er dann davon… Schließlich ist er Schuld an meiner Einsamkeit!