Oldenburg Marathon (10km)

Für diesen 10 km-Lauf ist die Aufregung insbesondere bei Gudrun groß, schließlich sollte es ihr erster längerer Lauf unter „Wettkampfbedingungen“ sein, bislang sind wir gemeinsam nur auf den 5ern angetreten.

Zu ihrer Beruhigung hatte ich vorher schon angedeutet, dass sie die 10 nicht als anstrengender empfinden würde, als die 5. Schließlich hatten wir oft genug trainiert und die 12 hat sie im Training auch schon ein paar Mal geschafft. Einzig und allein die Geschwindigkeit beim Loslaufen müssten wir im Auge behalten…. Geglaubt hat sie es natürlich nicht ;-((

Ben Wettervogels Voraussage hatte mit leichtem Regen zu tun. 4° bis 6° gefühlt wie 3° bis 5°, relative Feuchte von 98% und 90% Regenwahrscheinlichkeit. Wenig verlockende Aussichten.

Auf dem Weg nach Oldenburg – Franky hat sich netterweise bereit erklärt, mitzukommen – regnet es immer wieder. Sonst wechselt sich Nebel mit mehr Nebel und noch mehr Nebel ab. Ende Oktober kann man wohl auch nicht viel mehr von Petrus erwarten.

Die große Frage vorweg: Was ziehe ich an?

Kleiderabgabe an den Schlosshöfen, dann bis zum Startbereich wandern, dort auf den Start warten, bedeutet, 20 Minuten vor dem Start zu frieren…. Also bloß nicht zu wenig anziehen. Ich entscheide mich für meine Zauber-Tights 2.0 von CEP (die mit dem Turbo-Effekt) und obenrum eine mit Fleece leicht gefütterte Softshell-Hoody-Jacke von Gore Running. Drunter kurzärmliges Funktionsshirt und Funktionsunterhemd. Dazu natürlich ein Fleece-Schlauchtuch für den Hals und ein Stirnband.

 

Oldenburg Marathon

 

Mein Oldenburg-Outfit. Nicht zu vergessen die Lieblings-Transcends von Brooks an den Füßen in der allerschnellsten Farbe von Welt.

Wie bei „alten“ Eheleuten üblich, war mir klar, dass Gudrun ihre Startnummernmagnete vergessen würde und nichts im Magen hätte. Also packe ich ihr meine Fixpoints als Reserve ein (wegen der Softshelljacke hatte ich mich für ein Startnummernband entschieden) und ein paar Süßigkeiten für den Lauf, sollte sie unterzuckern.

Kurz nach 08:00 Uhr sind wir schon in Oldenburg auf Parkplatzjagd. Es gilt, einen möglichst nahegelegenen Parkplatz zu ergattern, der nicht von den Straßensperrungen betroffen sein würde. Wir haben sofort Glück und sind kurz darauf in den Schlosshöfen, um uns nachzumelden. Je 20 Euro wechseln pro Läufer den Besitzer. Dafür gibt es eine Startnummer, einen Läuferbeutel und einen Einmalchip. Und Sicherheitsnadeln für diejenigen, die noch nichts von der tollen Erfindung der Startnummernmagnete gehört haben.

 

Oldenburg Marathon 2016

Oldenburg Marathon 2016

 

Es füllt sich zunehmend, so dass bald die Schlangen an der Anmeldung ebenso lang sind, wie vor den Toiletten.

 

Anmeldung Oldenburg Marathon 2016

Schlangen beim Oldenburg Marathon

 

Auf Parkebene P1 ist die Kleiderbeutelabgabe, wie alles andere auch sehr gut organisiert.

 

Kleiderbeutelabgabe beim Oldenburg Marathon

 

Dann heißt es, entweder an der Toilettenschlange anstehen oder einfach nur warten und andere Läufer gucken.

 

beim Oldenburg Marathon

 

Zwanzig Minuten vor Start machen wir uns auf den Weg zum Startbereich.

Dem aufmerksamen Betrachter mögen nicht nur die umweltfraglichen, um die frierenden Läufer gehüllten Plastikwärmetüten einer großen Läuferausstattungskette ins Auge fallen, sondern ggf. auch, dass der Himmel inzwischen hellblau schimmert ;-))

 

beim Oldenburg Marathon

beim Oldenburg Marathon 2016

 

Was passiert eigentlich mit den weggeworfenen Plastiküberziehern? Ist deren Verwendung in der heutigen Zeit noch vertretbar?

Die Oldenburg-Outlaws sichern den Startbereich, hier kommst Du nicht durch…

 

Oldenburg Outlaws beim Oldenburg Marathon 2016

 

Schön finde ich die Schilder mit den angepeilten Zielzeiten und die dadurch entstehende „lockere“ Aufstellung der Läufer, weniger Gedrängel, mehr Platz.

 

OL Marathon 2016

Vorstart beim Oldenburg Marathon 2016

 

Im Startbereich „darf“ ich dann Gudruns warme Jacke schon mal einstecken, sie friert sich schon mal warm. Ein paar nette Worte vom Balkon am Theater. 5.000 Läuferinnen und Läufer sind angemeldet. Das ist toll.

Meine Garmin Forerunner 235, die in den Tagen zuvor ja ohnehin schon mal wieder für Verzweiflung gesorgt hat, weil das automatisch eingespielte Update fehlerhaft war, bringt mich an den Rand des Wahnsinns, weil die Pulsmessung zwischendurch immer wieder ausfällt. Bei diesem Thema sehe ich dunkelpink bis mittelrot!

Dann fällt der Startschuss und so langsam bewegt sich das Feld in Richtung Start.

Das Gedrängel löst sich auf, es geht voran, die Sonne scheint und es macht einfach nur große Freude, hier zu sein.

Die Cheerleader der Oldenburg Outlaws puscheln mit ihren Goldpuscheln was das Zeug hält und ich „parke“ uns hinter einem Bremsläufer (danke an den netten Herrn in neongelb), der von seiner wichtigen Funktion nichts ahnt. Wir haben uns ja ganz fest vorgenommen, es den ersten Kilometer langsam angehen zu lassen. Im Eifer des Gefechtes gelingt mir das meist nicht, weil es einfach so toll ist, mit sooooo vielen Läufern zu laufen.

 

unfreiwilliger Pacemaker beim Oldenburg Marathon

beim Oldenburg Marathon

 

Da man bei Garmin im fernen Amerika wohl offensichtlich Probleme mit den metrischen Entfernungsmaßen hat, bekomme ich kein haptisches Signal für den beginnenden zweiten Kilometer. Meine Forerunner lässt sich nach wie vor nicht davon abbringen, dass wir gerne Meilen angezeigt hätten.

Nach Kilometer 1 – glücklicherweise hat der Veranstalter analoge Schilder am Straßenrand aufgestellt – darf Gudrun die Laufgeschwindigkeit frei wählen. Ab und an gebe ich ihr einen Tipp über die gelaufene Pace oder frage sie, was sie glaubt, welche Geschwindigkeit wir laufen. Und jedes mal meint sie, wir wären eine halbe Minute langsamer, als wir es tatsächlich sind. Was doch das Laufen mit vielen und das Adrenalin im Blut ausmacht.

 

10 km beim Oldenburg Marathon

 

Immer wieder sehr viel Schwung gebend sind die Sambatrommlerinnen.

 

Samba beim Oldenburg Marathon

Samba heizt ein beim Oldenburg Marathon

 

Die 10 Kilometer werden in drei Runden um den Innenstadtring gelaufen. Deshalb kommen wir gleich drei Mal in den Genuss der aufmunternden Rhythmen.

Dankeschön, Ihr lieben Musikantinnen, Ihr habt für uns das Erlebnis noch schöner gemacht.

 

beim Oldenburg Marathon

beim Oldenburg Marathon

 

 

In Runde zwei klingelt dann freundlicherweise mein als Fotoapparat mitgeführtes Handy. Ich gehe ran. Schatzi – eine Nichtläufer – ruft an und fragt, ob wir schon durch sind ;-))

Im Grunde ist es ja egal, ob ich beim Laufen mit Gudrun quatsche, zum Fotografieren vor- und wieder hinterherrenne oder eben telefoniere. Der Spaß ist der selbe und um die Zielzeit geht es uns ja nicht so sehr, na ja, nur ein kleines Bisschen.

 

 

beim Oldenburg Marathon

beim Oldenburg Marathon

Frank beim 10 km Lauf des Oldenburg Marathon 2016

In Runde 3 stelle ich fest, dass mir immer noch hübsche Details an unserer Laufstrecke entgangen waren. Ein paar bunte Holzbänke, die schöne Fassade des Hospitals…

 

beim Oldenburg Marathon

 

So nähern wir uns dann dem Ziel, gut gelaunt und fröhlich.

 

gut gelaunt und happy kurz vor dem Ziel beim Oldenburg Marathon

gut gelaunt und happy kurz vor dem Ziel beim Oldenburg Marathon 2016

 

Im Gesicht ist noch kurz die Anstrengung zu sehen. Um den Hals hängt schon die hart erkämpfte Medaille. Jetzt schnell etwas zu trinken organisieren.

 

endlich im Ziel beim Oldenburg Marathonim Ziel

 

Hat der gesüßte, heiße Tee schon jemals so lecker geschmeckt? Ich kann mich nicht erinnern…

 

endlich im Ziel beim Oldenburg Marathon

endlich im Ziel beim Oldenburg Marathon

 

Vom Sponsor Müller-Egerer bekommt jeder Läufer noch ein tolles Abschiedsgeschenk, ein frisch gebackenes Süßkartoffelbrot. Das schmeckt – zu Hause dick mit Butter bestrichen – so gut, dass es den Abend leider nicht überlebt.

 

zwei strahlende Schneckenköniginnen beim Oldenburg Marathon

 

Zwei strahlende Schneckenköniginnen… Und Gudrun gibt mir Recht: Nach den zehn ist sie nicht mehr erschöpft, als sonst nach den fünf. Sag‘ ich doch ;-))

Wenn ich so nachdenke, wie viele Helfer dazu beigetragen haben, dass wir Läufer so viel Spaß haben konnten, dann möchte ich zumindest ganz herzlich Dankeschön sagen. Ich hoffe, wir buntes Läufervolk haben Euch auch etwas Freude gemacht.

 

 

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