so wasche ich meine Sportbekleidung

Bei jedem öffentlichen Lauf oder auch im Fitnessstudio kann man ihn finden, den üblen Wäsche-Müffelgeruch.

Diesen Geruch nach Junggeselle. Nach nasse Sachen tagelang in der Sporttasche vergessen. Oder die Wäsche nicht gleich aus der Waschmaschine genommen… Bäh, da schüttelt es mich. Und ich komme vom Land, wo im Frühjahr die Felder gegüllt werden. Und laufe am Deich durch Schafscheiße.

Doch was tun gegen dieses olfaktorische Übel?

Ich persönlich halte es wie folgt: Nach dem Laufen und Trocknen wandern BH, Unterhemd, T-Shirt, langärmeliges Shirt, Hoodie, Weste bzw. Jacke in das offenporige Waschnetz, das an der Heizung hängt. So kann ich die Laufsachen von ein paar Tagen sammeln, bis sich eine Waschladung lohnt.

Weste und Jacke, die nicht direkt am Körper getragen werden, können ggf. (auch in Abhängigkeit der zurückgelegten Strecke) durchaus auch zwei bis dreimal getragen werden, bevor sie die Wäschetrommel von innen sehen. Einfach mal dran schnuppern.

  • Alle Kleidungsstücke, die am Oberkörper auf der Haut getragen werden, wandern im großen Wäschenetz bei 60° in die Waschmaschine. Auf links gedreht, Reißverschlüsse geschlossen, Klett zu. Gibt’s überhaupt noch Klett?
  • Mit Color-Megaperls. Ohne Weichspüler. Den benutze ich übrigens nie.
  • Sind stinkige Sachen dabei, drücke ich zusätzlich die Vorwäsche-Taste und nehme für die Vorwäsche statt Waschmittel einen Messlöffel Waschsoda, das nimmt die unangenehmen Gerüche heraus und ist gut zu Textil und Umwelt.
  • Die Intensiv-Spülen-Taste nicht vergessen, egal, ob mit oder ohne Vorwäsche, damit so wenig Waschmittelreste wie möglich in der Faser verbleiben und später auf die Haut einwirken.
  • Sofortiges Ausräumen und Aufhängen der fertig gewaschenen Wäsche hat, ganz egal bei welcher Temperatur gewaschen wird, OBERSTE PRIORITÄT.

Kleidungsstücke, die ich bei 40° wasche, also beispielsweise Laufröcke, -hosen und -jacken, meine geliebten Kompressionsdinger sowie Halstücher und Kopfbedeckungen wandern direkt im Anschluss an eine 60° Wäsche bei 40° in die Waschmaschine. Dann sind alle in der Maschine vorhandenen Stinke-Bakterien in die Flucht getrieben und können sich nicht in meiner 40° Wäsche vergnügen. Bei Bedarf Vorwäsche mit Waschsoda und ebenfalls sofortiges Ausräumen und lockeres Aufhängen.

Auch wenn ich sonst gerne den Wäschetrockner nutze, bei Sportkleidung wende ich doch lieber die auf-Kleiderbügeln-in-die-Luft-hänge-Technik an.

 

waeschetrocknen

 

Tests im Fernsehen zu der Frage, ob schwarze Shirts schneller stinken, als weiße, haben ergeben, dass bei 40° Wäsche nachher oft mehr Bakterien auf der Wäsche sind, als vor der Wäsche. Hat nix mit der Farbe, sondern mit der Waschtemperatur zu tun. Und die Anzahl der Bakterien hat Einfluss auf den olfaktorischen Faktor (je mehr, umso stink).

Aus Sicherheitsgründen – das kann ich schon verstehen – schreiben die Hersteller auf diese kleinen, lästigen und pieksigen Schildchen in den Sprachen aller Länder, eingenäht mit der selben Garnfarbe, am besten noch in die Versäuberung der Naht integriert – 30° Wäsche oder gelegentlich sogar Handwäsche.

Liebe Hersteller von Laufsachen (oder weiter gefasst, von Sportkleidung), warum macht Ihr so schöne Sachen, in denen die armen Verwender später erbärmlich stinken können, wenn sie sich an die Waschanleitung halten? Und deren eingenähte Schilder bzw. deren abgeschnittene Reste einen in den Wahnsinn treiben können?

 

Reste einer abgeschnittene Waschanleitung

 

Sportsachen, die nur gut aussehen, aber nicht bei angemessener Temperatur zu waschen sind? Die ungesunden, allergieauslösenden Hygienespüler brauchen, damit die Riechzellen nicht vollends durchdrehen?

Persönlich ist mir die eingenähte Waschtemperatur piepschnurzegal. Ich schneide die Zettel sowieso vor dem ersten Waschen raus. Und ärgere mich über die kratzigen Reste.

Alles, was aus Funktionsfaser ist und zum Müffeln neigt, wandert auf eigenes Risiko bei 60° in die Trommel. Kleidungsstücke, die das nicht aushalten, hätten halt keine Sportkleidung werden sollen…

Erfreulicherweise gab es noch keine Ausfälle bei meiner 60° Sportwäsche. BHs, Shirts, alles wie neu. Nasenfaktor 1A. Doch eine Garantie gibt es dafür natürlich nicht. Weder vom Hersteller, noch von mir. Und natürlich würde ich kein bei 60° gewaschenes Sporttextil, das unter dieser Behandlung gelitten hat, reklamieren. Das versteht sich von selbst.

Funktionskleidung aus Wolle wasche ich natürlich nicht bei 60°. Da Wolle aber natürlicherweise geruchsbremsend wirkt, ist das auch überhaupt nicht nötig.

Funktionskleidung aus Wolle? Kann fein sein oder auch Pein. Irgendwann später mehr zu diesem Thema.

Welche Tricks habt Ihr, um Eure Laufkleidung am Müffeln zu hindern?

 

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